Analyse des Probeexamens 1 :

Gemäß der am 1. April 2020 in Kraft getretenen "Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung" werden im M2 im Frühjahr 2021 erstmals auch Fragen zu COVID-19 vorkommen. Zur Vorbereitung hat das IMPP am 23.11.20 das erste von zwei Probeexamina veröffentlichen lassen.


Fragenverteilung auf Einzel- und Fallfragen:
80 Fragen, davon 67 Altfragen aus den Jahren 2018 und 2019
18 Einzel- und 62 Fallfragen (entspricht normaler Verteilung)
19 Fälle (entspricht – hochrechnet auf 107 Gesamtfragen – normaler Anzahl)

Zu den Altfragen:
Anzahl: 67 (zusammengestellt aus den Jahren 2018 und 2019)
Durchschnittliche Schwierigkeit: 75,3 Prozent (entspricht normalem Wert)
Bei der Fächerverteilung fällt ein im Vergleich zu sonst höherer Anästhesie-/Notfall-Fragenanteil und im Vergleich zu sonst geringer Anteil an Innerer Medizin auf. Die relativ geringe Zahl an Fragen zur Inneren Medizin wird jedoch durch die neuen COVID-Fragen, die zu Infektiologie und damit zur Inneren Medizin gehören, ausgeglichen.

Zu den neuen Fragen:
Anzahl: 13, davon 10 zu COVID 19 und 3 zu bakteriellen Infektionskrankheiten
Themen der 10 COVID-Fragen:
Frage nach Chloroquin
Frage nach Remdesivir
Frage nach typischen COVID-Symptomen
Frage zielt darauf ab, dass Kinder niedriges Risiko eines schweren Verlaufes haben
Frage zielt darauf ab, dass Patient mit COVID-Verdacht isoliert werden sollte
Frage zielt darauf ab, dass Rachenabstrich falsch negativ sein könnte
Frage zielt darauf ab, dass bei COVID-Verdacht Isolation erforderlich ist und Rachenabstrich erfolgen muss
Frage zielt auf Definition der Reproduktionszahl ab
Frage zielt darauf ab, dass bei COVID-Verdacht Rachenabstrich und anschließende PCR erfolgt
Frage zielt auf Phasen klinischer Studien ab

Fazit:
Das Probeexamen unterscheidet sich in Inhalt und Zusammensetzung kaum von bisherigen Examina. Der Hauptunterschied liegt in den COVID-Fragen. Die COVID-Fragen lassen sich größtenteils lösen, wenn die medizinischen Informationen dazu in der Tagespresse aufmerksam verfolgt werden.
Zwei Fragen gingen über die Informationen in der Tagespresse hinaus: Bei der Frage nach dem Chloroquin musste man wissen, dass dieses Medikament auch bei Lupus erythematodes gegeben wird. Das konnte jedoch aus Altfragen, etwa S-F15-1-34, S-H13-1-20 oder S-H10-1-3 entnommen werden. Die Frage nach dem Remdesivir zielt nach dem Wirkprinzip dieses Virustatikums ab. Nach dem Wirkprinzip von speziell Remdesivir wurde bisher zwar noch nicht gefragt, aber die Wirkmechanismen anderer Virustatika waren bereits oft Thema.
Unsere Empfehlung: Bei der Stoffauswahl weiterhin an Altfragen orientieren, die Themen Epidemiologie und Krankenhaushygiene lernen und die Tagesberichterstattung zu COVID-19 verfolgen.

Analyse des Probeexamens 2 :

Gemäß der am 1. April 2020 in Kraft getretenen "Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung" werden im M2 im Frühjahr 2021 erstmals auch Fragen zu COVID-19 vorkommen. Zur Vorbereitung hat das IMPP am 15.2.21 auch das zweite der beiden Probeexamina veröffentlichen lassen.

Fragenverteilung auf Einzel- und Fallfragen:
80 Fragen, davon 70 Altfragen aus den Jahren 2019 und 2020
1 Einzel- und 79 Fallfragen (normlerweise wären 15 bis 20 Einzelfragen zu erwarten)
24 Fälle (etwa 24 Fälle kommen sonst bei 107 Fragen)

Zu den Altfragen:
Anzahl: 70 (zusammengestellt aus den Jahren F2019, H2019 und F2020)
Durchschnittliche Schwierigkeit: 75,7 Prozent (entspricht normalem Wert)
Bei der Fächerverteilung fällt ein im Vergleich zu sonst höherer Neurologie-Fragenanteil und verhältnismäßig geringer Anteil an Chirurgie-/Orthopädie-Fragen auf.

Zu den neuen Fragen:
Anzahl: 10, alle zu COVID 19
Themen:
 Röntgenbefund ARDS bei COVID
 Lagerung bei beatmeten COVID-Patienten
 extrakorporale Membranoxygenierung bei respiratorischer Insuffizienz
 Bildgebung bei intracranieller Blutung eines heparinisierten COVID-Patienten
 Impfstoffgruppe des BNT162b2-Impfstoffes
 Berechnung der Wirksamkeit eines Impfstoffes
 typische COVID-Symptome
 Einfluss einer Dunkelziffer auf Letalität
 Bindung des SARS-CoV-2 an die Wirtszelle
 antiepidemische Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes

Fazit:
Auch das zweite Probeexamen unterscheidet sich in Inhalt und Zusammensetzung kaum von bisherigen Examina. Wieder lassen sich viele der COVID-Fragen mithilfe der medizinischen Informationen aus der Tagespresse lösen. Das gilt z.B. für die Lagerung der beatmeten Patienten, für die Frage nach den typischen COVID-Symptomen oder für die Einordnung des BNT162b2-Impfstoffes von BioNTech und Pfizer in die richtige Impfstoffgruppe.
Darüber hinaus kamen zum Thema Corona Fragen zur intentivmedizinischen Behandlung von COVID-Patienten.
Außerdem kamen die Themen Epidemiologie und Klinische Studien sowohl bei den COVID- als auch bei den Altfragen häufig vor.
Es bleibt auch nach diesem Probeexamen bei unserer Empfehlung, sich bei der Stoffauswahl weiterhin an Altfragen zu orientieren, die Themen Epidemiologie und Krankenhaushygiene zu lernen und die Tagesberichterstattung zu COVID-19 verfolgen. Zusätzlich sollte man sich vor dem Examen auch mit der intensivmedizinischen Behandlung von schwer erkrankten COVID-Patienten beschäftigen.

Hinweis zu Generalproben:
Die 70 Altfragen im 2. Probeexamen stammen aus den Jahrgängen F19, H19 und F20. Wer nicht nur die 10 COVID-Fragen, sondern auch die 70 Altfragen bearbeitet, wird später bei den Generalproben aus diesen Jahrgängen einen Teil der Fragen wiederkennen.

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