Infektiologie
Thema:
Abschnitt:

UPDATE 25/26 APK 26.01.2026 10:59:45

Vielleicht dem ein oder anderen noch nicht klar und hilfreich:

RSV

Zwischen April und September Geborene sollen Nirsevimab

im Herbst vor Beginn ihrer 1. RSV-Saison erhalten;

Neugeborene jeglichen Gestationsalters, die während der RSV-Saison

(meist zwischen Oktober und März)

geboren werden, sollen Nirsevimab möglichst

rasch nach der Geburt erhalten, idealerweise bei Entlassung aus

der Geburtseinrichtung bzw. bei der U2 (3.–10. Lebenstag).

Die STIKO empfiehlt für die RSV-Impfung jetzt

­ neben den proteinbasierten RSV-Impfstoffen auch

den mRNA-RSV-Impfstoff mResvia. Die einmalige

Impfung ist für alle Personen ≥ 75 Jahre als Stan-

dardimpfung und für Personen im Alter von 60 bis

74 Jahren mit einer relevant beeinträchtigenden

Grunderkrankung sowie für Bewohnende in Ein-

richtungen der Pflege als Indikationsimpfung emp-

fohlen. Eine präferenzielle Empfehlung für einen

der Impfstoffe hat die STIKO nicht ausgesprochen.


Meningokokken

Und neue Impfung statt Meningokokken-

Impfung C im ersten Lebensjahr

nun eine Kombinationsimpfung mit

Meningokokken-ACWY-Konjugat-Impfstoff

mit 12-14 Jahren und Impfungen sollen bis zum

Alter von < 25 Jahren nachgeholt

werden. Die bislang empfohlene monovalente Imp-

fung gegen Meningokokken der Serogruppe C im

Alter von 12 Monaten entfällt.


Influenza

Eine jährliche Influenza-Impfung

mit einem inaktivierten Influenza-

Impfstoff im Herbst/Winter ist nun auch für Perso-

nen empfohlen, die im privaten Umfeld oder

arbeitsbedingt häufigen, regelmäßigen und direk-

ten Kontakt zu z. B. Schweinen, Geflügel sowie

Wildvögeln oder Robben haben.


Pneumokokken

Die STIKO hat ihre Pneumokokken-Indikations-

impfempfehlung für 2- bis 17-Jährige mit erhöhtem

Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen

angepasst und empfiehlt jetzt die Impfung mit

PCV20. Die Anwendung des 23-valenten Pneumo-

kokken Polysaccharidimpfstoffs (PPSV23) alleine

oder im Rahmen eines sequenziellen Impfschemas

wird nicht mehr empfohlen


Mpox

Die STIKO hat ihre Impfempfehlungen zum Schutz

vor Mpox angepasst. Die Impfung ist für Personen

mit erhöhtem Expositionsrisiko empfohlen; Män-

ner und trans sowie nicht-binäre Personen, die Sex

mit Männern haben und dabei häufig die Partner

wechseln, und Sexarbeitende werden beispielhaft

genannt. 

Immundefiziente Personen (z. B. HIV-Infizierte) sollen

unabhängig von einer Pockenimpfung in der Vergangen-

heit eine 2-malige Impfung zum Schutz gegen Mpox

erhalten.).


Herpes zoster

Die STIKO hat ihre Herpes-zoster-Indikationsimpf-

empfehlung angepasst und empfiehlt die Impfung

mit dem HZ-Totimpfstoff zukünftig für Personen

≥ 18 Jahre mit erhöhter gesundheitlicher Gefähr-

dung infolge einer angeborenen bzw. erworbenen,

insbesondere einer iatrogenen Immundefizienz,

oder infolge schwerer Ausprägungen einer chroni-

schen Grunderkrankung an Herpes zoster zu er-

kranken.


Chikungunya

In Deutschland stehen 2 Impfstoffe gegen Chikun-

gunya zur Verfügung: ein Totimpfstoff (Vimkunya,

Bavaria Nordic) und ein attenuierter ­ Lebendimpfstoff

(Ixchiq, Valneva). Beide Impfstoffe sind ab dem Al-

ter von 12 Jahren zugelassen und werden als Einzel-

dosis verabreicht. Die STIKO empfiehlt die Imp-

fung gegen Chikungunya Personen ab 12 Jahren,

die in ein Gebiet reisen, wo sich aktuell ein Chikun-

gunya-Ausbruch ereignet, sowie für Personen, die

einen längeren Aufenthalt (> 4 Wochen) oder wiederholte

Kurzzeitaufenthalte in einem Chikungunya-

Endemiegebiet planen und bei denen zusätzlich ein

erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung oder einen

schweren Verlauf der Erkrankung besteht (z. B. ab

einem Alter von 60 Jahren oder bei einer schweren

internistischen Grunderkrankung). Den attenuier-

ten Lebendimpfstoff empfiehlt die STIKO nur für

Personen bis 59 Jahre, da nach der Marktzulassung

vermehrt schwerwiegende Ereignisse nach der Imp-

fung bei Personen > 60 Jahren auftraten.


Meropenem TMed 24.05.2024 20:04:34

Laut der Abbildung haben Carbapeneme eine Wirkung hauptsächlich gegen grampositive Erreger und nur leicht gegen Gramnegative, vor allem Meropenem was ganz links steht. Laut Amboss hat Meropenem eine Breitspektrumwirkung und würde vor allem gramnegative Erreger abdecken. Wie ist das einzuordnen?


Bestätigungstest Sensitivität Paul 01.10.2023 15:36:44

Hallo, 

ich habe eine Frage zu den HIV-Test bzw. zu Tests allgemein. Wie hoch ist bei den ELISA-Tests für HIV die Sensitivität? Den Bestätigungstest mache ich, um falsch-positive Tests zu finden, das ist mir verständlich. Aber ist die Sensitivität dann auch bei nahezu 100%? Falls sie nicht 100% ist, könnte es doch auch sein, dass der Bestätigungstest falsch-negativ ist. Die Frage habe ich mir bei den Such- und Bestätigungstest immer gefragt. 

Also wenn die Sensitivität nicht 100% ist, woher weiß ich, dass der Patient bei negativem Bestätigungstest nicht vielleicht doch HIV hat?

Wenn die Sensitivität 100% ist, wieso mache ich überhaupt einen Suchtest? Kostengründe? 

Antwort 1 Paul 01.10.2023 15:40:21

Ich meine natürlich PCR-Test statt ELISA für die Bestätigung

Antwort 2 MEDI-LEARN 02.10.2023 10:23:20

Du kannst natürlich nur dann ganz sicher sein, wenn auch der Bestätigungstest eine Sensitivität von 1 hat.Aber wir befinden uns mit der Interpretation von Testergebnissen immer in einem Raum von Wahrscheinlichkeiten.

Ohne weitere Symptome und ohne auffällige Vorgeschichte ist die Prävalenz sehr gering.

Damit ist der positive prädiktive Wert selbst bei einem (Sceennng)Test mit hoher Sensitivität sehr gering. Daher muss man zur Absicherung immer noch einmal einen zweiten Test machen.

Man muss verstehen, dass die Wahrscheinlichkeiten von positiven oder negativen Testergebnissen nicht nur von der Sensitivität des Testes, sondern in viel größerem Maße von der Prävalenz abhängen.

In einer Population im extrem geringer Prävalenz wird ein positives Testergebnis extrem unwahrscheinlich.

(In einem leeren Teich wird selbst der beste Fischer keine Fische fangen, zieht etwas an der Angel, ist es dann wahrscheinlich doch kein Fisch sondern nur ein Ast.)

Daher würde selbst bei hoher Testspezifität ein positives Ergebnis immer noch mit geringer Wahrscheinlichkeit auf eine wirklich vorliegende Erkrankung hindeuten (geringer positiver prädiktiver Wert).

Wenn aber nun schon ein Screeningtest positiv war, steigt die Prävalenz enorm. Bei einem zweiten Test in einer Population positiv vorgetesteter Personen verschieben sich die Wahrscheinlichkeiten hin zu positiver Testergebnissen.

Damit sinkt umgekehrt auch die Wahrscheinlichkeit auch bei einem Test mit einer geringer Sensitivität ein negatives Ergebnis zu liefern.

Damit hängen also (positive und negative) prädiktive Werte im Wesentlichen den Prävalenzen ab, die sich durch einen positiven Screeningtest in jedem Fall in Richtung positiver Ergebnisse verschieben.

Aber, wie du bereits geschrieben hast: Sicher positive prädiktive Werte finde ich nur wenn entweder die Prävalenz 0 oder 1 ist oder die Sensitivität bzw. Spezifität 0 oder 1 ist.

Dieser Fall ist selten gegeben, sodass man durch ein geschicktes Testmanagement die Ausgangslage der Prävalenzen so verändern muss, dass man mit der Gesamtinterpretation mehrer Test eine möglichst gute Vorhersage treffen kann.


HIV - Patienten Fabi 02.09.2023 12:10:55

kurz vorab: Bei mir fehlt im Unterthema HIV der Button einen neuen Beitrag zu verfassen, deshalb hier unter dem Punkt Virushepatitis (Browser: Chrome Version 116.0.5845.141 (Offizieller Build) (64-Bit), Betriebssytem Windows 11)


Sollte ein Patient auftauchen HIV +, unter der Nachweisgrenze, weil in Therapie (<20 RNA-Kopien/ml), gute CD4- Zellzahl; behandele ich diesen Patienten im Tagesgeschäft als gesunden?! oder muss ich da auch irgendwas beachten? Genauer gefragt: ist diese Gruppe eine Risikogruppe, anfälliger für irgendwas? Cortisongabe (begrenzt) ist möglich, Lebendimpfungen sind möglich.....? Oder muss ich trotzdem zügiger bei z.B. Infekten jeglicher genese zügiger reagieren als bei HIV negativen?!

Natürlich sind bei (neu)Verordnungen von Medikamenten Interaktionen  mit der HAART bzw. CYP zu eruieren, prüfen und zu beachten.....




Antwort 1 Medi-Learn 05.09.2023 20:20:53

Für die differenziertere Beurteilung des individuellen Risikos des geschilderten Pat. sollten wir auch noch andere Parameter wie Alter, Begleiterkrankungen wie z.B. andere chronische Infektionskrankheiten (Hepatitis?, TBC, STD?), Stoffwechsel-, Krebs-,  oder Suchterkrankungen mit ihrer Begleitmedikation kennen. Eine Kortisontherapie wird ja auch unabhängig von HIV-Infektion eine schwächende Wirkung auf das Immunsystem haben.

In der Fallschilderung mit Viruslast unter der Nachweisgrenze und CD4-Zahlen > 500/ul ohne genannte Begleiterkrankungen ist von weitgehender Immunrekonstitution auszugehen und Impfungen, auch mit Lebendimpfstoffen, sind möglich und sinnvoll. Eine gute Übersicht von zu erwartender Impfantwort und ggf. Kontraindikation für Lebendimpfstoffe (bei einer CD4-Zahl < 200/ul) findet sich im Bundesgesundheitsblatt von 2018, das man beim Robert-Koch-Institut unter dem Stichwort: Impfen bei Immunsuppression finden kann.

Trotz optimaler Therapie und Einnahmetreue sollten wir im jahrelangen Verlauf der Erkrankung mit Verschlechterung, z. B. durch Resistenzentwicklung, rechnen und nochmal besonders aufmerksam bezüglich opportunistischer Infektionen und maligner Tumore bleiben. Denn bisher ist keine Heilung möglich.

T. Ax für Medi-Learn

Antwort 2 Fabi 08.09.2023 13:28:38

Vielen dank für die ausführliche Antwort! =)


Vancomycin highend 30.05.2022 13.24.06
Warum ist bei Gabe von Vancomycin eine Spiegelkontrolle erforderlich?
Antwort 1 MEDI-LEARN 30.05.2022 13.24.06
Vancomycin hat nur eine geringe therapeutische Breite und kann erhebliche Nebenwirkungen machen. Zur ausreichenden antibiotischen ist ein gewisser Mindestspiegel erforderlich, allerdings kann es über einem gewissen Spiegel zu einem sprunghaften Anstieg von Nebenwirkungen kommen. Man machte die Spiegelkontrolle vor der Gabe des Medikament, wenn es also z.B. morgens um 10:00 gegeben wird, muss der Spiegel davor z.B. um 9:00 bestimmt werden.

Fokussuche asterix 30.05.2022 13.24.06
Reicht bei der Infekt-Fokussuche Röntgenthorax, Urinkultur und Abdomensono?
Antwort 1 MEDI-LEARN 30.05.2022 13.24.06
Die Fokussuche richtet sich immer danach, was der Patient klinisch bietet. Wenn er nichts offentsichliches hat oder intubiert und sediert ist und daher nichts sagen kann, sollte apperative Diagnostik erfolgen. Ggf. auch Blasenkatheter untersuchen und bei Vigilanzstörung ggf. Liquoruntersuchung.