Vielleicht dem ein oder anderen noch nicht klar und hilfreich:
RSV
Zwischen April und September Geborene sollen Nirsevimab
im Herbst vor Beginn ihrer 1. RSV-Saison erhalten;
Neugeborene jeglichen Gestationsalters, die während der RSV-Saison
(meist zwischen Oktober und März)
geboren werden, sollen Nirsevimab möglichst
rasch nach der Geburt erhalten, idealerweise bei Entlassung aus
der Geburtseinrichtung bzw. bei der U2 (3.–10. Lebenstag).
Die STIKO empfiehlt für die RSV-Impfung jetzt
neben den proteinbasierten RSV-Impfstoffen auch
den mRNA-RSV-Impfstoff mResvia. Die einmalige
Impfung ist für alle Personen ≥ 75 Jahre als Stan-
dardimpfung und für Personen im Alter von 60 bis
74 Jahren mit einer relevant beeinträchtigenden
Grunderkrankung sowie für Bewohnende in Ein-
richtungen der Pflege als Indikationsimpfung emp-
fohlen. Eine präferenzielle Empfehlung für einen
der Impfstoffe hat die STIKO nicht ausgesprochen.
Meningokokken
Und neue Impfung statt Meningokokken-
Impfung C im ersten Lebensjahr
nun eine Kombinationsimpfung mit
Meningokokken-ACWY-Konjugat-Impfstoff
mit 12-14 Jahren und Impfungen sollen bis zum
Alter von < 25 Jahren nachgeholt
werden. Die bislang empfohlene monovalente Imp-
fung gegen Meningokokken der Serogruppe C im
Alter von 12 Monaten entfällt.
Influenza
Eine jährliche Influenza-Impfung
mit einem inaktivierten Influenza-
Impfstoff im Herbst/Winter ist nun auch für Perso-
nen empfohlen, die im privaten Umfeld oder
arbeitsbedingt häufigen, regelmäßigen und direk-
ten Kontakt zu z. B. Schweinen, Geflügel sowie
Wildvögeln oder Robben haben.
Pneumokokken
Die STIKO hat ihre Pneumokokken-Indikations-
impfempfehlung für 2- bis 17-Jährige mit erhöhtem
Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen
angepasst und empfiehlt jetzt die Impfung mit
PCV20. Die Anwendung des 23-valenten Pneumo-
kokken Polysaccharidimpfstoffs (PPSV23) alleine
oder im Rahmen eines sequenziellen Impfschemas
wird nicht mehr empfohlen
Mpox
Die STIKO hat ihre Impfempfehlungen zum Schutz
vor Mpox angepasst. Die Impfung ist für Personen
mit erhöhtem Expositionsrisiko empfohlen; Män-
ner und trans sowie nicht-binäre Personen, die Sex
mit Männern haben und dabei häufig die Partner
wechseln, und Sexarbeitende werden beispielhaft
genannt.
Immundefiziente Personen (z. B. HIV-Infizierte) sollen
unabhängig von einer Pockenimpfung in der Vergangen-
heit eine 2-malige Impfung zum Schutz gegen Mpox
erhalten.).
Herpes zoster
Die STIKO hat ihre Herpes-zoster-Indikationsimpf-
empfehlung angepasst und empfiehlt die Impfung
mit dem HZ-Totimpfstoff zukünftig für Personen
≥ 18 Jahre mit erhöhter gesundheitlicher Gefähr-
dung infolge einer angeborenen bzw. erworbenen,
insbesondere einer iatrogenen Immundefizienz,
oder infolge schwerer Ausprägungen einer chroni-
schen Grunderkrankung an Herpes zoster zu er-
kranken.
Chikungunya
In Deutschland stehen 2 Impfstoffe gegen Chikun-
gunya zur Verfügung: ein Totimpfstoff (Vimkunya,
Bavaria Nordic) und ein attenuierter Lebendimpfstoff
(Ixchiq, Valneva). Beide Impfstoffe sind ab dem Al-
ter von 12 Jahren zugelassen und werden als Einzel-
dosis verabreicht. Die STIKO empfiehlt die Imp-
fung gegen Chikungunya Personen ab 12 Jahren,
die in ein Gebiet reisen, wo sich aktuell ein Chikun-
gunya-Ausbruch ereignet, sowie für Personen, die
einen längeren Aufenthalt (> 4 Wochen) oder wiederholte
Kurzzeitaufenthalte in einem Chikungunya-
Endemiegebiet planen und bei denen zusätzlich ein
erhöhtes Risiko für eine Chronifizierung oder einen
schweren Verlauf der Erkrankung besteht (z. B. ab
einem Alter von 60 Jahren oder bei einer schweren
internistischen Grunderkrankung). Den attenuier-
ten Lebendimpfstoff empfiehlt die STIKO nur für
Personen bis 59 Jahre, da nach der Marktzulassung
vermehrt schwerwiegende Ereignisse nach der Imp-
fung bei Personen > 60 Jahren auftraten.
Laut der Abbildung haben Carbapeneme eine Wirkung hauptsächlich gegen grampositive Erreger und nur leicht gegen Gramnegative, vor allem Meropenem was ganz links steht. Laut Amboss hat Meropenem eine Breitspektrumwirkung und würde vor allem gramnegative Erreger abdecken. Wie ist das einzuordnen?
Hallo,
ich habe eine Frage zu den HIV-Test bzw. zu Tests allgemein. Wie hoch ist bei den ELISA-Tests für HIV die Sensitivität? Den Bestätigungstest mache ich, um falsch-positive Tests zu finden, das ist mir verständlich. Aber ist die Sensitivität dann auch bei nahezu 100%? Falls sie nicht 100% ist, könnte es doch auch sein, dass der Bestätigungstest falsch-negativ ist. Die Frage habe ich mir bei den Such- und Bestätigungstest immer gefragt.
Also wenn die Sensitivität nicht 100% ist, woher weiß ich, dass der Patient bei negativem Bestätigungstest nicht vielleicht doch HIV hat?
Wenn die Sensitivität 100% ist, wieso mache ich überhaupt einen Suchtest? Kostengründe?
Ich meine natürlich PCR-Test statt ELISA für die Bestätigung
Du kannst natürlich nur dann ganz sicher sein, wenn auch der Bestätigungstest eine Sensitivität von 1 hat.Aber wir befinden uns mit der Interpretation von Testergebnissen immer in einem Raum von Wahrscheinlichkeiten.
Ohne weitere Symptome und ohne auffällige Vorgeschichte ist die Prävalenz sehr gering.
Damit ist der positive prädiktive Wert selbst bei einem (Sceennng)Test mit hoher Sensitivität sehr gering. Daher muss man zur Absicherung immer noch einmal einen zweiten Test machen.
Man muss verstehen, dass die Wahrscheinlichkeiten von positiven oder negativen Testergebnissen nicht nur von der Sensitivität des Testes, sondern in viel größerem Maße von der Prävalenz abhängen.
In einer Population im extrem geringer Prävalenz wird ein positives Testergebnis extrem unwahrscheinlich.
(In einem leeren Teich wird selbst der beste Fischer keine Fische fangen, zieht etwas an der Angel, ist es dann wahrscheinlich doch kein Fisch sondern nur ein Ast.)
Daher würde selbst bei hoher Testspezifität ein positives Ergebnis immer noch mit geringer Wahrscheinlichkeit auf eine wirklich vorliegende Erkrankung hindeuten (geringer positiver prädiktiver Wert).
Wenn aber nun schon ein Screeningtest positiv war, steigt die Prävalenz enorm. Bei einem zweiten Test in einer Population positiv vorgetesteter Personen verschieben sich die Wahrscheinlichkeiten hin zu positiver Testergebnissen.
Damit sinkt umgekehrt auch die Wahrscheinlichkeit auch bei einem Test mit einer geringer Sensitivität ein negatives Ergebnis zu liefern.
Damit hängen also (positive und negative) prädiktive Werte im Wesentlichen den Prävalenzen ab, die sich durch einen positiven Screeningtest in jedem Fall in Richtung positiver Ergebnisse verschieben.
Aber, wie du bereits geschrieben hast: Sicher positive prädiktive Werte finde ich nur wenn entweder die Prävalenz 0 oder 1 ist oder die Sensitivität bzw. Spezifität 0 oder 1 ist.
Dieser Fall ist selten gegeben, sodass man durch ein geschicktes Testmanagement die Ausgangslage der Prävalenzen so verändern muss, dass man mit der Gesamtinterpretation mehrer Test eine möglichst gute Vorhersage treffen kann.
kurz vorab: Bei mir fehlt im Unterthema HIV der Button einen neuen Beitrag zu verfassen, deshalb hier unter dem Punkt Virushepatitis (Browser: Chrome Version 116.0.5845.141 (Offizieller Build) (64-Bit), Betriebssytem Windows 11)
Sollte ein Patient auftauchen HIV +, unter der Nachweisgrenze, weil in Therapie (<20 RNA-Kopien/ml), gute CD4- Zellzahl; behandele ich diesen Patienten im Tagesgeschäft als gesunden?! oder muss ich da auch irgendwas beachten? Genauer gefragt: ist diese Gruppe eine Risikogruppe, anfälliger für irgendwas? Cortisongabe (begrenzt) ist möglich, Lebendimpfungen sind möglich.....? Oder muss ich trotzdem zügiger bei z.B. Infekten jeglicher genese zügiger reagieren als bei HIV negativen?!
Natürlich sind bei (neu)Verordnungen von Medikamenten Interaktionen mit der HAART bzw. CYP zu eruieren, prüfen und zu beachten.....
Für die differenziertere Beurteilung des individuellen Risikos des geschilderten Pat. sollten wir auch noch andere Parameter wie Alter, Begleiterkrankungen wie z.B. andere chronische Infektionskrankheiten (Hepatitis?, TBC, STD?), Stoffwechsel-, Krebs-, oder Suchterkrankungen mit ihrer Begleitmedikation kennen. Eine Kortisontherapie wird ja auch unabhängig von HIV-Infektion eine schwächende Wirkung auf das Immunsystem haben.
In der Fallschilderung mit Viruslast unter der Nachweisgrenze und CD4-Zahlen > 500/ul ohne genannte Begleiterkrankungen ist von weitgehender Immunrekonstitution auszugehen und Impfungen, auch mit Lebendimpfstoffen, sind möglich und sinnvoll. Eine gute Übersicht von zu erwartender Impfantwort und ggf. Kontraindikation für Lebendimpfstoffe (bei einer CD4-Zahl < 200/ul) findet sich im Bundesgesundheitsblatt von 2018, das man beim Robert-Koch-Institut unter dem Stichwort: Impfen bei Immunsuppression finden kann.
Trotz optimaler Therapie und Einnahmetreue sollten wir im jahrelangen Verlauf der Erkrankung mit Verschlechterung, z. B. durch Resistenzentwicklung, rechnen und nochmal besonders aufmerksam bezüglich opportunistischer Infektionen und maligner Tumore bleiben. Denn bisher ist keine Heilung möglich.
T. Ax für Medi-Learn
Vielen dank für die ausführliche Antwort! =)