Sozialmed./Epidem.
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Mortalität ALi 20.09.2024 08:11:03

Der Begriff Mortalität ist hier nicht ganz richtig erklärt. Dies gilt höchstens für die Gesamt-Mortalität einer Bevölkerung. In der medizinischen Epidemiologie jedoch "bezeichnet sie die Zahl der in einem bestimmten Zeitraum an einer bestimmten Krankheit Verstorbenen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung." Quelle: viamedici

Antwort 1 MEDI-LEARN 30.09.2024 10:56:07

Hallo ALi,

in Skript und Vortrag wird die Gesamtmortalität, auch als Gesamtsterblichkeit benannt, korrekt dargestellt. In der Vergangenheit ließen sich die zugehörigen Fragen des IMPP dazu mit diesem Wissen souverän beantworten. Die Gesamtmortalität lässt sich natürlich nochmals weiter in verschiede Subfacetten gliedern:

Bei der Mortalität steht also IMMER die Gesamtbevölkerung im Nenner (bei Prävalenz und Inzidenz finden sich die Beobachteten pro Zeitpunkt oder Zeitraum im Nenner, bei der Letalität stehen die von der Krankheit Betroffenen im Nenner). Mit diesem Wissen lassen sich die Frage souverän beantworten.

Zu Deiner Anmerkung: Bei der Quellangabe aus viamedici handelt es sich also um die krankheitsspezifische Mortalität und damit um eine der oben aufgeführten Subgruppen.

Für die Zukunft lässt sich sicher noch stärker die Bedeutung der Gruppe im Nenner betonen, um die epidemiologischen Maßzahlen unterscheiden zu lernen – insofern vielen Dank für den Hinweis!

Alles Gute für die weitere Vorbereitung und viel Glück im Examen

Valentin, MEDI-LEARN

Antwort 2 APK 31.03.2026 11:29:57

Hallo Valentin, auch bei Amboss werden die Begrifflichkeiten wie folgt verwendet:

Mortalität: „Sterberate“

Berechnung: Mortalität = Anzahl der Todesfälle an einer Erkrankung in einem bestimmten Gebiet bezogen auf einen bestimmten Zeitraum / Gesamtzahl der Personen

Interpretation: Ermöglicht eine Abschätzung der Bedeutung in der Bevölkerung

Angabe: Wie bei der Inzidenz ist ein Zeitraum notwendig 

Standardisierte Mortalitätsrate: Vergleich der Mortalität einer untersuchten Gruppe mit der Mortalität einer Vergleichsgruppe (z.B. dem Bundesdurchschnitt)

Berechnung: Standardisierte Mortalität = Aufgetretene Todesfälle in der untersuchten Gruppe / Erwartete Todesfälle gemäß Mortalität in der Vergleichsgruppe


Ich finde hier raus geht die von dir erläuterte Definition nicht wirklich hervor, vielleicht habe ich auch irgendwo einen Denkfehler. Vielleicht lohnt es sich dort das Skript noch einmal zu überarbeiten, da es ja scheinbar nicht so ausführlich oder anders gefragt wird. LG


Sekundärprävention ALi 20.09.2024 17:47:16

Folie 79: wie ist es zu verstehen, dass bei der Sekundärprävention für Krebsvorsorgeuntersuchungen invasive/ bildgebende Verfahren ausgeschlossen sind, wenn Mammografie und Koloskopie doch dazu gehören?

Antwort 1 MEDI-LEARN 30.09.2024 11:00:10

Hallo ALi,

die Wahl der Methodik bei einer Früherkennung ist immer eine Risiko-Nutzen-Abwägung. D. h. der Nutzen der Untersuchung muss das Risiko der gewählten Methode bzw. deren Nebenwirkungen deutlich unterschreiten, da im Rahmen der Früherkennung ja ALLE Personen der betroffenen Gruppe untersucht werden sollen, aber nur WENIGE tatsächlich die Krankheit haben könnten.

Mit dieser Vorgabe wird deutlich, was das bezogen auf bildgebende Verfahren mit Röntgenstrahlen bedeutet: Die Strahlenbelastung soll für Menschen so gering wie möglich sein und nur bei einer starken Indikation eingesetzt werden. Der Nutzen der Untersuchung muss also hier sehr hoch ausfallen, damit das Risiko eines strahleninduzierten Tumors gerechtfertigt ist.

Für die Mammographie gilt entsprechend der allgemeinen Früherkennung deshalb auch erst das Alter ab 50 und bis 69 alle zwei Jahre. Der Erkenntnisgewinn fällt hoch aus im Sinne einer Prävention bei gleichzeitig niedriger Wahrscheinlichkeit der so gescreenten Frauen, noch innerhalb ihrer Lebenszeit einen strahleninduzierten Tumor zu entwickeln.

Bezüglich der Koloskopie handelt es sich zwar um das Einführen eines Koloskops (die ganz ursprüngliche Bedeutung von „invasiv=eindringend“ ist also vorhanden), allerdings ist die Untersuchung selbst sehr risikoarm und der Erkenntnisgewinn durch die Koloskopie sehr hoch. Es handelt sich auch nicht um ein bildgebendes Verfahren mittels Röntgenstrahlen, sondern um eine optische Methode "von rückwärts".

Insofern bildet die Mammographie eine Ausnahme bei den invasiv-bildgebenden Verfahren zur Sekundärprävention, die das IMPP auch gerne als solche fragt. Die Koloskopie fällt NICHT unter die invasiven Methoden, genauso wenig wie die im Rahmen von Sekundärprävention durchgeführten Blutabnahmen, Abstriche, Tastuntersuchungen etc. (obwohl es sich natürlich auch hier um Eingriffe ärztlicherseits in die körperliche Unversehrtheit der Patienten im weitesten Sinne handelt).

Wichtig: Das IMPP mag mitunter Ausnahmen (im Regelfall aus Altfragen bekannt), ansonsten liebt es klassische Sachverhalte!

Bitte insofern auch hier eine Risiko-Nutzen-Analyse durchführen: Wie hoch ist das Risiko einer Überforderung mit "zu viel Wissen" im Vergleich zum Nutzen bei der Beschränkung des Lernens auf "das Wesentliche" 😊

Alles Gute für die Vorbereitung und viel Glück im Examen!

Valentin, MEDI-LEARN



p-Wert: Zahlenbeispiel nicht nachvollziehbar ALi 19.09.2024 15:07:37

Hallo, das Zahlenbeispiel auf Folie 17 kann ich nicht nachvollziehen. Es steht da: Wenn p<5%, dann H1 -> Ergebnisse überzufällig bzw. signifikant. Es wird darauf hingewiesen, dass 5% = 0,05 ist. Als Zahlenbeispiel folgt p = 0,314 . Dies solle kleiner als 5% sein und die Ergebnisse damit überzufällig bzw. signifikant. Jedoch ist 0,314 = 31,4% und damit > als 5%, Ergebnisse also nicht-signifikant bzw. zufällig. Wo liegt der Fehler? 

Antwort 1 MEDI-LEARN 30.09.2024 10:46:48
Hallo ALi,

die wichtigste Information als erstes: Die schriftliche Aussage im Skript ist korrekt! Für die Hypothesenannahme/-ablehnung gilt, wie im Skript geschrieben: Die Anmerkung bezieht sich auf das Zahlenbeispiel im Vortrag (Rec-Video bis 10/2024). Hier findet sich tatsächlich ein Fehler, da eine Null nach dem Komma verloren gegangen ist. Ich bitte die Verwirrung zu entschuldigen. Korrekt muss es natürlich lauten: Wenn p=0,0314 beträgt, fällt es kleiner als Alpha=5% aus und damit ist das Ergebnis als signifikant zu betrachten.

Vielen Dank für den Hinweis und alles Gute für die weitere Vorbereitung und viel Glück im Examen!

Valentin, MEDI-LEARN